„Irgendwann vor Jahren hatt‘ ich mich verloren (…) Heute bin ich mir so nah wie ich vorher nie war.“ Diese Zeilen stammen aus der neuen Single „So schön allein” und singen Sven Bensmann und Hi! Spencer nicht nur aus der Seele – sie sind auch die Essenz ihrer neuen EP memori, die im April 2022 Farbe ins Plattenregal brachte. Denn neben starkem Indie-Pop-Rock-Punk, bildgewaltigen Texten und dem typischen Hauch Melancholie ist die neue Platte vor allem eines: bunt!
Hi! Spencer Leadsänger Sven Bensmann stand uns Rede und Antwort zu allen Fragen über sein Coming Out, seine Band und seine Musik.
Der queere Musiker BOAH ROBIN! veröffentlicht mit Dark Red eine energetisch-clubbige, aber zugleich auch tiefgründige Pop-Hymne. Die catchy Single ist ein englischsprachiger Rework seines Songs ‚Blutrot‘. Wir sprachen mit dem sympathischen Newcomer über seine Musik und queere Künstler allgemein.
Die katholische Kirche bleibt ein medialer Dauergast, auch in Zeiten von Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg. Vor zwölf Jahren begann die Berichterstattung über den Missbrauchsskandal, über den auch wir schon ausführlich gesprochen haben und der bedauerlicherweise noch immer Aktualität besitzt, der aber auch viele Fragen aufgeworfen und befeuert hat, die weit über ihn hinausreichen. Fragen, nach dem katholischen Menschenbild als solches, inklusive Sexualmoral. Das Verbot der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare vom letzten Jahr, über das wir damals mit Pfarrer Herbert Rochlitz gesprochen haben, fällt in diesen größeren Kontext. Die Aktion #OutInChurch, bei der sich dieses Jahr auf einen Schlag 125 queere Personen, die im Dienste der Kirche stehen oder standen, zu erkennen gegeben haben ebenfalls.
Was mit einem Skandal begann ist inzwischen, wenigstens in Deutschland, an einen Punkt gelangt, an dem es um nichts weniger als die Frage nach der Zukunft dieser Kirche geht, von innen, wie von außen. Wie möchte sich Kirche künftig selbst positionieren? Und welche gesamtgesellschaftliche Rolle kann sie in einer Bevölkerung einnehmen, in der auf absehbare Zeit mutmaßlich Konfessionslose die Mehrheit stellen?
Jens Ehebrecht-Zumsande, der Initiator von #OutInChurch.
Wir haben für euch den aktuellen Stand seit unserer letzten Sendung zum Thema 2019 zusammengefasst und uns ausführlich über die aktuelle Situation, den synodalen Weg, die Aktion „#OutInChurch – Für eine Kirche ohne Angst“ und deren Ziele mit deren Initiator Jens Ehebrecht-Zumsande unterhalten, sowie die Frage nach den kirchlichen Sonderrechten in Deutschland thematisiert und gleichsam problematisiert.
Cassy Carrington und Franca Morgano Bin Kummer gewohnt Cover
Dieter steuerte dem Magazin vom 10. März 2022 ein exklusives Interview bei mit Cassy Carrington und Franca Morgano bei. Sie sprachen über das Duett der Kölner DragQueen und Sängerin mit der Stimme von Das Omen III. „Kummer gewohnt“.
Marc Weinmann spielt „Luis Ahrens“ (c) TVNOW-Rolf-Baumgartner
Seit dem 27. September 2021 weht ein frischer Wund in der Erfolgsserie “Gute Zeiten, schlechte Zeiten”: er heißt Marc Weinmann, der die Rolle von “Luis Ahrens” übernahm. Und seit er dabei ist, ist er auch in vielen spannenden Geschichten und Situationen zu erleben. Da ist seine Serien-Freundin “Miriam”, die er mit in den Kiez gebracht hat. Und da ist sein – mittlerweile – bester Freund “Moritz”, gespielt von Lennart „Lenny“ Borchert, der ja vor gut einem Jahr auch hier bei uns in der Sendung zu Gast war. Die Freundschaft zwischen Moritz und Luis begann denkbar ungünstig, da Moritz ihn praktisch zur Begrüßung – wenn auch versehentlich – niederschlug. Dennoch entstand daraus eine enge Freundschaft – und Moritz hat sich sehr bald und heimlich inzwischen auch in Luis verliebt. Luis aber ist in einer leidenschaften und glücklichen Beziehung mit Miriam. Dennoch veränderte ein Kuss zwischen den Jungs zuletzt auch bei Luis so manches. Miriam und Luis trennten sich und das Gefühls-Chaos ist perfekt! Die Geschichte bleibt brisant und wir sind darauf gespannt, wie sie weiter geht.
Marc Weinmann gab uns ein ausführliches Interview, das nun auch als Podcast vorliegt.
Hartmut und Stefan beim „Unter uns“-Fantreffen Bild: Schwule Welle
Am 10. März 2022 freuten wir uns darüber, wieder einmal einen lieben Freund unserer kleinen Familien-Show begrüßen zu dürfen. Kennengelernt haben wir ihn aufgrund seiner Rolle des “Patricks” in der schwulen Komödie “Patrick 1,5”, mit dem er seit vielen Jahren schon mit den Theatergastspielen Fürth durch den deutschsprachigen Raum tourt. Derzeit ist er wieder sehr umtriebig, u.a. spielt er mit seinem Partner in der Komödie “Oscar” und außerdem tourt er an der Seite vieler namhafter Kolleg*innen mit der Komödie “Celine” auch im deutschen Südwesten: am Dienstag, den 5. April beispielsweise gastiert er in Schopfheim. Dies und mehr wollten wir mit ihm besprechen – und es wurde ein sehr launiges Gespräch.
Der 24. Februar war der traurige Beginn des russischen Angriffskrieges, der – wir wissen es – in Russland nicht als Krieg bezeichnet werden darf.
Täglich können wir über diverse Medien unfassbare Meldungen hören. Russische Truppen erobern immer größere Teile der Ukraine, auch die Zivilgesellschaft ist Ziel. Viele vor allem Frauen und Kinder flüchten vorwiegend in benachbarte westliche Staaten wie Polen, Ungarn oder Rumänien. Andere harren vor Ort aus, Männern zwischen 18 und 60 Jahren ist die Ausreise ohnehin untersagt. Zivile Menschen greifen verzweifelt zu den Waffen, um ihr Land zu verteidigen.
Eine Gruppe, die derzeit besonders gefährdet sind, sind Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, inter* und queere Menschen. Über sie wollen wir in unserer Sendung besonders sprechen, kommen Sie in der allgemeinen Kriegskatastrophe als vermeintliche “Randgruppe” schließlich deutlich zu kurz.
Weshalb ist die Sorge um sie besonders groß und wie kann man helfen?
Um das zu erfahren, sprachen wir mit Conrad Breyer. Er ist Sprecher von Munich Kyiv Queer. Die Kontaktgruppe versteht sich als Schnittstelle zwischen der Münchner sowie der Szene in Kyjiw und anderer ukrainischer Städte.
Es wurde ein sehr bewegendes Gespräch.
Es geht auch einmal andersrum… Der Schwule Welle Moderator und Interviewer Dieterwird selbst zum Interviewten, zum „Passiven“ im Gespräch mit den beiden schnieken jungen Männern vom berühmten Hinternhof Podcast.
Wie er sich gayschlagen hat, das erfahrt Ihr am Sonntag, denn 20.3.2022 zum Beispiel hier:
Unser Mann in Berlin ist seit vielen Jahren Hagen, der unserem Ehrenredakteur Götzvon den Highlights und Besonderheiten der diesjährigen Berlinale berichtete.
Seit einiger Zeit scheint sich in der katholische Kirche in Deutschland beim Thema “Homosexualität und Kirche” etwas zu bewegen. Nach dem Segnungsverbot des Vatikans im März 2021 formte sich vor allem in den deutschen Diözesen Widerstand. Unter #liebegewinntwurde an vielen Kirchen die Regenbogenflagge gehisst und es fanden Segensfeiern auch für gleichgeschlechtliche Paare statt. Und im Januar erregte die Kampagne “Out in Church – Für eine Kirche ohne Angst” großes Aufsehen. 125 queere Menschen, die haupt- oder ehrenamtlich für die katholische Kirche arbeiten und gläubig sind, outeten sich u.a. in einer Dokumentation, die noch immer in der Mediathek der ARD zu sehen ist.
Der Aachener Bischof Helmut Dieser sagte darin in einem Interview, er habe in den vergangenen Jahren “viel dazugelernt”. Nachdem auch er früher Vorbehalte gegenüber LGBT gehabt habe, haben ihn seitdem viele Gespräche mit Betroffenen “sehr gerührt” und er habe sich “intensiv mit der Frage auseinandergesetzt”, wie die Kirche mit queeren Menschen umgehen solle. “Wir sagen zwar, dass niemand diskriminiert werden darf. Dennoch fühlen sich viele ausgeschlossen. Das müssen wir überwinden. Ansonsten bricht der Dialog schnell ab und das darf nicht sein. Gerade wir als Kirche müssen doch ständig im Austausch mit der Welt sein.”
Mit einem ähnlichen Anspruch gibt es im Erzbistum Freiburg auch ein Pastoral mit homosexuellen Frauen und Männern.
Auf der dazugehörigen Website springt sofort der folgende Leitsatz in’s Auge: “Die Liebe Gottes gilt allen Menschen – unabhängig von Alter, Geschlecht, Hautfarbe oder sexueller Orientierung”.
Ansprechpartner ist Sebastian Kienast, Referent für Männerpastoral und Pastoral mit homosexuellen Frauen und Männern, außerdem ist er Referent für Junge Erwachsene. Mit ihm sprachen wir in unserer Sendung am 3. Februar 2022.
“James Dean” heißt der aktuelle Titel von Leopold. Leopold beschrieb sich kürzlich in einem Interview mit dem Magazin “Schwulissimo” als – Zitat – “queerer deutscher Künstler sowie Sänger, der queere Songs macht”. Leopold selbst ist bei weitem kein Unbekannter: neulich beim ZDF-Morgenmagazin beschrieb ihn Moderator Mitri Sirin als einer Generation zugehörig, die in ihren Auftritten offen und bewusst Geschlechterrollen hinterfragt.
Aktuell kam nun seine neue CD “Unattractive” mit neun brandaktuellen Songs heraus. Und einer davon heißt – wie gesagt – “James Dean”.
Wir sprachen mit Leopold im Januar 2022.
“FVCK OFF”, das war die erste Single von JNNRHNDRXX. Sie ist Tänzerin, Zugbegleiterin, Influencerin, queere Rapperin und wird von der LGBTQIA+ Talentagentur uns* vertreten.
Sie stammt aus Berlin, ist 25 Jahre jung und hat vor allem über TikTok eine große Anzahl von Fans.
2018 hat sie eine geschlechtsangleichende Operation gemacht, bezeichnet sich als pansexuell und engagiert sich vehement für die LGBT-Szene.
Dabei war ihr Weg nicht sehr einfach.
Sie kommt aus einem eher konservativen Elternhaus, dass sie aufgrund negativer Ereignisse mit 16 Jahren verlassen hat und in die Obhut des Jugendamtes übergeben wurde. Trotz dieser Erfahrungen, so sieht man in ihren Clips, ist sie eine Powerfrau und strotzt scheinbar nur so von Energie und guter Laune. Aber sie zeigt sich auch kämpferisch gegen Rassismus, Homophobie und anderen engstirnigen Meinungen.
Und nun hat sie ihren zweiten Song herausgebracht: “LICK IT”
Eine bunte Mischung aus Politik, Gesellschaft, Historie, Kultur und Boulevard.
Der Verein Vielbunt aus Darmstadt machte auf sich aufmerksam, weil er eine Stellungnahme veröffentlichte, in der er die Querdenker-Demos als Angriff auf die Queere Community verstand. Wir sprachen mit Timo Meyer und Benedikt Freitagvom „Arbeitskreis Politik und queere Bildung“ bei vielbunt e.V. Darmstadt.
Leopold Foto (c) Lieblingslieder Records
Außerdem war uns die Freiburger Dragqueen Betty BBQ zugeschaltet, die sich an der Gegendemonstration zu den Corona-Protesten beteiligte. Was waren ihre Eindrücke?
Wir freuten uns auch auf die Influencerin und Rapperin Jenner Hendrixx aka Jnnrhndrxx, die gerade ihre zweite Single LICK IT herausgebracht hat.
Außerdem sprachen wir mit dem Sänger Leopold. Leopold macht queeren Glamour-Pop und kürzlich gab er bekannt, dass er sich für den ESC 2022 beworben hat. Bei uns stellt er seine aktuelle Single JAMES DEAN aus seinem neuen Album „Unattractive“vor.
Im Januar 2022 wurde bei der Queerfilmnacht „BOY MEETS BOY“ präsentiert: Der Independent-Film kam so gut an, dass er in Freiburg eine Woche später noch einmal wiederholt werden musste.
Einer der beiden Hauptdarsteller ist Alexandros Koutsoulis, der in dem Film den „Johannes“ spielt.
Alexandros wurde in Berlin geboren, lebte aber in seiner Kindheit sieben Jahre in Griechenland. 2009 zog er mit seiner Familie wieder zurück nach Berlin.
Schon früh hat er seine Leidenschaft zur Musik und für das Schlagzeug entdeckt, spielte lange Zeit auch auf der Straße und ist seit 2015 Teil der Band “The Hidden Keys”.
Parallel zog es ihn auch auf die Bühne und vor die Kamera. Von 2017 bis 2021 war er auf der renommierten Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch.
Einige internationale Theaterprojekte führten ihn in die Ukraine und nach Polen.
Auftritte hatte er aber u.a. auch an der Volksbühne Berlin, am Berliner Ensemble oder am Internationalen Zentrum für schönere Künste Kampnagel in Hamburg.
Wir plauderten mit Alexandros ausführlich über seinen bisherigen Werdegang, seine Band, die Schauspielkunst und natürlich über den Film „BOY MEETS BOY“. Das sehr unterhaltsame Interview könnt Ihr nun als Podcast nachhören.
In der Januar-2022-Ausgabe der schwulen Show „Oh Happy Gay“ mit dabei war Thomas Herzsprung, der uns seinen allerneusten Thriller „Der Heimsucher“ vorgestellt hat. Nach seinem Erstlingswerk in Sachen Thriller – „Der Behandler“ – ist nun vor wenigen Wochen ein weiteres spannendes Werk auf dem Buchmarkt erhältlich, in dem der offen schwule Autor auch einen schwulen Handlungsstrang eingebaut hat. Zusammen mit seinem Ehemann Jimmy Herzerzählte uns Thomas „Tommy“ Herzsprung alles Wichtige. Nichts für schwache Nerven, aber garantiert äußerst unterhaltsam.
Zum wiederholten Male bei uns war Ende Januar 2022 Lukas Jakob, der 23-jährige Kunstmäzen aus der Regio, der da in genau dieser Funktion in einem exklusiven Interview Rede und Antwort stand, eröffnete vor kurzem im Delphi Space seine neue Kunstausstellung in Freiburg. Und darüber wollten wir alles erfahren.
Cover Jürgen Pettinger – Franz. Schwul unterm Hakenkreuz
Ende Januar 2022 freuten wir uns besonders auf den österreichischen Journalisten- und Moderatorenkollegen Jürgen Pettinger in unserer Sendung. Nach mehrjährigen Recherchen ist er mit einem besonderen Buch kürzlich wieder unter die Autoren gegangen: „Franz. Schwul unterm Hakenkreuz“. In dem Sachbuch führt uns der mehrfach preisgekrönte Jürgen Pettinger zurück in die 40er-Jahre und lässt uns eintauchen in das Leben von Franz Doms. Er ist eines der vergessenen Opfer der NS-Justiz. Wie tausende andere schwule Männer wurde er verfolgt, diskriminiert, inhaftiert und schließlich zum Tode verurteilt. 1944 starb er im Alter von 21 Jahren. Bis zu seinem Tod blieb er loyal und denunzierte nie andere, um sich selbst zu retten.
Jürgen Pettinger hat sich intensiv mit Franz Doms Leidensweg auseinandergesetzt, erzählt bildhaft, was über sein Leben bekannt ist, zitiert aus überlieferten Ermittlungs- und Gerichtsakten und bildet Dialoge anhand von Gesprächsprotokollen nach. Doch Pettingers Zugang ist mehr als eine bloße Rekonstruktion der Fakten. Er taucht tief in die Welt Franz Doms’ ein und zeichnet dessen letzte Lebensjahre auf intime und packende Weise nach, wodurch sein tragisches Schicksal, das exemplarisch für die systematische Verfolgung Homosexueller während des NS-Regimes steht, auf besondere Weise nah und spürbar wird.
Portrait von Karl Heinrich Ulrichs (Wikimedia, Gemeinfrei).
Wie war das eigentlich früher mit der Homosexualität? Diese Frage haben wir bereits in mehreren Gay-History-Ausgaben beackert und sind dabei auch immer wieder auf interessante Quellentexte aus der Vergangenheit gestoßen, die teilweise unerwartetete und überraschende Ansichten zur Homosexualität enthielten. Heute wollen wir uns einen solchen Text einmal genauer ansehen oder besser: anhören. Wir lesen auszugsweise den ersten Teil der „Forschungen über das Räthsel der mannmännlichen Liebe“ mit dem Titel: „Vindex“ oder „Social-juristische Studien über mannmännliche Geschlechtsliebe“, der nicht weniger verpricht, als den Nachweis zu führen, dass männliche Homosexualität „ebensowenig Verfolgung verdient, als die Liebe zu Weibern“ und „daß sie schon nach den bestehenden Gesetzen Deutschland’s gesetzlich nicht verfolgt werden kann“: Ein starkes Wort für eine Zeit, in der es Deutschland noch gar nicht gab und in den meisten deutschen Staaten „widernatürliche Unzucht“ auf eine jahrunderte alte Straftradition für Homosexuelle zurückblicken konnte, denn wir befinden uns mit dieser Schrift im Jahre 1864 und hinter dem Verfasser „Numa Numantius“ steht kein anderer als Karl Heinrich Ulrichs, einer der ersten Vorkämpfer für die erste Homosexuellenbewegung, noch lange vor dem viel berühmteren Magnus Hirschfeld.
Eine kommentierte Fassung des ersten Teils der ersten Schrift findet ihr hier. Und wer selbst weiterlesen möchte, findet einen Teil von Ulrichs‘ Schriften via Wikisource.
Portrait von Karl Heinrich Ulrichs (Wikimedia, Gemeinfrei).
Wie war das eigentlich früher mit der Homosexualität? Diese Frage haben wir bereits in mehreren Gay-History-Ausgaben beackert und sind dabei auch immer wieder auf interessante Quellentexte aus der Vergangenheit gestoßen, die teilweise unerwartetete und überraschende Ansichten zur Homosexualität enthielten. Heute wollen wir uns einen solchen Text einmal genauer ansehen oder besser: anhören. Wir lesen auszugsweise den ersten Teil der „Forschungen über das Räthsel der mannmännlichen Liebe“ mit dem Titel: „Vindex“ oder „Social-juristische Studien über mannmännliche Geschlechtsliebe“, der nicht weniger verpricht, als den Nachweis zu führen, dass männliche Homosexualität „ebensowenig Verfolgung verdient, als die Liebe zu Weibern“ und „daß sie schon nach den bestehenden Gesetzen Deutschland’s gesetzlich nicht verfolgt werden kann“: Ein starkes Wort für eine Zeit, in der es Deutschland noch gar nicht gab und in den meisten deutschen Staaten „widernatürliche Unzucht“ auf eine jahrunderte alte Straftradition für Homosexuelle zurückblicken konnte, denn wir befinden uns mit dieser Schrift im Jahre 1864 und hinter dem Verfasser „Numa Numantius“ steht kein anderer als Karl Heinrich Ulrichs, einer der ersten Vorkämpfer für die erste Homosexuellenbewegung, noch lange vor dem viel berühmteren Magnus Hirschfeld.
Eine unkommentierte Fassung des ersten Teils der ersten Schrift findet ihr hier. Und wer selbst weiterlesen möchte, findet einen Teil von Ulrichs‘ Schriften via Wikisource.