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Historische Lesestunde II: „Der urnische Mensch“

Magnus Hirschfeld (Bild: Public Domain).

Wie war das eigentlich früher mit der Homosexualität? Diese Frage haben wir bereits in mehreren Gay-History-Ausgaben beackert und sind dabei auch immer wieder auf interessante Quellentexte aus der Vergangenheit gestoßen, die teilweise unerwartetete und überraschende Ansichten zur Homosexualität enthielten. Heute wollen wir uns einen solchen Text einmal genauer ansehen oder besser: anhören. Wir lesen Auszüge aus dem Buch „Der urnische Mensch“ aus dem Jahr 1903, das versuchte, die damaligen Erkenntnisse über Homosexualität wissenschaftlich präzise zusammenzufassen. Auch wenn uns sein Inhalt nach heutigem Stand der Wissenschaft seltsam erscheint und auch weitgehend überholt ist, war es damals doch ein großer Schritt in den frühen Sexualwissenschaften, dieses Thema überhaupt zu behandeln. Der Autor: kein geringerer als Magnus Hirschfeld, ein früher Pionier auf diesem Gebiet, der damals im „urnischen Menschen“, also dem „Homosexuellen“ ein ganz eigenes, drittes Geschlecht sehen wollte, eine Tendenz die wir schon letztes Jahr bei Karl Heinrich Ulrichs haben sehen können.

Taucht also mit uns ein in eine längst vergangene Zeit und Gedankenwelt, passend umrahmt von klassischer Musik.

Eine Sendung von Andy. Vor den Mikrophonen: Andy & Roland

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Historische Lesestunde: „Das Räthsel der mannmännlichen Liebe“ I

Portrait von Karl Heinrich Ulrichs (Wikimedia, Gemeinfrei).

Wie war das eigentlich früher mit der Homosexualität? Diese Frage haben wir bereits in mehreren Gay-History-Ausgaben beackert und sind dabei auch immer wieder auf interessante Quellentexte aus der Vergangenheit gestoßen, die teilweise unerwartetete und überraschende Ansichten zur Homosexualität enthielten. Heute wollen wir uns einen solchen Text einmal genauer ansehen oder besser: anhören. Wir lesen auszugsweise den ersten Teil der „Forschungen über das Räthsel der mannmännlichen Liebe“ mit dem Titel: „Vindex“ oder „Social-juristische Studien über mannmännliche Geschlechtsliebe“, der nicht weniger verpricht, als den Nachweis zu führen, dass männliche Homosexualität „ebensowenig Verfolgung verdient, als die Liebe zu Weibern“ und „daß sie schon nach den bestehenden Gesetzen Deutschland’s gesetzlich nicht verfolgt werden kann“: Ein starkes Wort für eine Zeit, in der es Deutschland noch gar nicht gab und in den meisten deutschen Staaten „widernatürliche Unzucht“ auf eine jahrunderte alte Straftradition für Homosexuelle zurückblicken konnte, denn wir befinden uns mit dieser Schrift im Jahre 1864 und hinter dem Verfasser „Numa Numantius“ steht kein anderer als Karl Heinrich Ulrichs, einer der ersten Vorkämpfer für die erste Homosexuellenbewegung, noch lange vor dem viel berühmteren Magnus Hirschfeld.

Taucht also mit uns ein in eine längst vergangene Zeit und Gedankenwelt, passend umrahmt von zeitgenössischer Musik des – ebenfalls homosexuellen – Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski.

Im Studio: Andy und Philip

Zum Podcast.

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GayHistory: „Queere Weimarer Republik – Zwischen Lila Lied und Paragraf 175“

2020 wurde das „Lila Lied“ 100 Jahre alt – aufgrund von Covid-19 wurde dies nicht allzu sehr gefeiert. Ein Grund für uns, noch einmal die Zeit der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts noch einmal zu beleuchten. Wir wiederholen daher am 7. Oktober 2021 unser aufwendig produziertes Radio-Feature „Queere Weimarer Republik“.

Januar 1872 bis zum 11. Juni 1994. Dennoch konnten Homosexuelle in der Zeit zwischen den Kriegen relativ frei ihr Leben führen – zumindest im Rahmen bestimmter Örtlichkeiten.
Das „Lila Lied“ (Text: Kurt Schwabach / Musik: Mischa Spoliansky) entwickelte sich zur Hymne der „Queeren Weimarer Republik“. Mehrere Organisationen bemühten sich, den umstrittenen Paragrafen abzuschaffen, der deutsche Arzt Magnus Hirschfeld war einer der Mitbegründer der Homosexuellen-Bewegung, aber schon im Kaiserreich engagierten sich Vorkämpfer wie Karl Heinrich Ulrichs um die Rechte der Lesben und Schwulen.
Bereits 1919 kam der erste schwule Film in die Kinos: „Anders als die Anderen“ (Regie: Richard Oswald).
Und Berlin galt als Stadt, in der sich Homosexuelle in den dortigen Clubs relativ ungehindert treffen konnten. Während Metropolen wie Paris oder das in dieser Hinsicht rückständige London bei diesem Thema noch eher unbedeutend waren, entwickelte sich Berlin zur „Hauptstadt der Homosexuellen“ – übrigens: auch der Begriff „homosexuell“ ist eine deutsche Erfindung.
Viel hört man immer wieder über diese Zeit, aber wie war sie wirklich?
Wir sprechen mit Experten zu dem Thema, das „Bad Mouse Orchestra“ spielt uns exklusiv das „Lila Lied“ ein, wir beleuchten das queere Leben in Deutschland am Vorabend des Dritten Reiches.

Sprecher ist u.a. Peter Haug-Lamersdorf (u.a. Arte, Stimme der Freiburger Straßenbahnen, Schauspieler und Regisseur).

Eine Produktion der Schwulen Welle Freiburg.

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QUEERE WEIMARER REPUBLIK
Zwischen Lila Lied und dem Paragrafen 175

Ein Feature von Hartmut Stiller für die Schwule Welle Freiburg

Redaktion und Technik:
Dieter Herchenbach
Alexander Kaufhold
und Hartmut Stiller

Mitarbeit und Assistenz:
Sebastian Heusel

Texte, Interviews und Zusammenstellung:
Hartmut Stiller

Sprecher:
Peter Haug-Lamersdorf

Zwischentexte:
Wigand Alpers

Gesprächspartner:
Dr. Jens Dobler
Jan Feddersen
Tilmann Warnecke
Matthias Gerschwitz
Charlotte Pelgen
Stefan Pößiger
Erwin In het Panhuis

Original-Aufnahme der Neuinterpretation des “Lila Lieds”
vom Bad Mouse Orchestra Freiburg

Zusätzliche Original-Musik:
Hendrik Schwarzer

Wir danken für ihre Unterstützung:
Hendrik Schwarzer
Marc Wassenberg
Udo Behr
Florian Bossert
dem Radio Dreyeckland Freiburg
sowie Allen, die darüber hinaus zur Fertigstellung des Features beigetragen haben.

Das überaus lesenswerte Buch “Das andere Berlin. Die Erfindung der Homosexualität. Eine deutsche Geschichte 1867-1933” von Robert Beachy ist 2014 im Siedler Verlag, München erschienen.

Gesamtleitung: Hartmut Stiller

Das Feature entstand aus Anlass des 30. Jubiläums der Schwulen Welle Freiburg, der ältesten regelmäßigen schwulen Radiosendung Deutschlands.

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GayHistory – Ludwig II. von Bayern

Um ihn rankten sich schon zu Lebzeiten viele Mythen: den bayerischen König Ludwig II. (1845 – 1886). Er baute „Märchenschlösser“ wie Schloß Linderhof, Herrenchiemsee oder natürlich Neuschwanstein. Den Werken Richard Wagners gehörte sein Herz – und auch den Männern an sich? Schon zu Lebzeiten gab es laute Gerüchte, Seine Majestät sei eher den Männern zugetan, wenngleich er dagegen ankämpfte. Seine Verlobung mit Herzogin Sophie in Bayern dümpelte geradezu dahin und es kam nie zur Hochzeit.
Luchino Visconti – selbst homosexuell – präsentierte in seiner Verfilmung 1973 nicht nur eine Romy Schneider, die noch einmal in die Rolle der „Sissi“ schlüpfte, sondern auch einen König, der von Helmut Berger schwul dargestellt wurde.
Die Neuverfilmung 2012 von Peter Sehr und Marie Noelle mit Sabin Tambrea ging auch auf diese Seite Ludwigs ein.
Wir wollen uns die Person „Ludwig II.“ genauer anschauen und besonders auf diese Seite(n) des Königs blicken. Dabei gehen wir auch der Frage nach, was ein „Kunis“ ist und warum sich Seine Majestät davon Skizzen anfertigen lies.
Das uns sehr viel mehr in unserem knapp 60minütigen Feature, für das wir einmal mehr den Schauspieler und Sprecher Peter Haug-Lamersdorf (u.a. arte, Tatort) gewinnen konnten.

U.a. sprechen wir auch mit dem Schauspieler und Musical-Darsteller Julian Wejwar, der im Musical „Ludwig2“ den Bruder des Königs, Prinz Otto, spielte.

Im Studio: Hartmut und Alex
Sprecher der Features: Peter Haug Lamersdorf

Achtung: Aus urheberrechtlichen Gründen ist das Feature über „König Ludwig II. von Bayern“ nach der Sendung nur eine Woche lang nachhör- und runterladbar in der Mediathek von rdl.de

 

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GayHistory: Homosexualität im Alten Ägypten?

Nianchchnum und Chnumhotep tauchen immer wieder auf, wenn es um Homosexualität im Alten Ägypten geht – aber waren sie wirklich ein schwules Paar?

Pyramiden, Pharaonen, phantastische Goldschätze, dazu Mumien und Mystik: das ist das Alte Ägypten, wie man es aus den Medien kennt. Nur: wie passt Homosexualität da mit rein? Gab es einen schwulen Pharao Echnaton, der seine bildhübsche Frau Nofretete für einen jungen Kerl verstoßen hat? Waren die beiden Damen Idet und Ruiu ein lesbisches Paar? Und was will uns eigentlich der Papyrus Kahun VI.12 sagen, wenn es dort heißt: Und dann sprach die Majestät des Seth zur Majestät des Horus: „Oh, wie schön dein Hintern ist!“?

Das alles wollen wir in unserer heutigen Ausgabe der GayHistory einmal ganz genau wissen. Begleitet uns auf unserer Reise ins alte Ägypten, bei der sich so manches als wahr, anderes jedoch als Wunschdenken entpuppen wird und an deren Ende ein etwas anderes Bild vom Alten Ägypten stehen wird, als man es für gewöhnlich in Romanen, Hörspielen und Filmen vorgestellt bekommt.

Im Studio: Andy und Roland

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GayHistory: AIDS in Deutschland! – Themensendung u.a. mit Martin Reichert („Die Kapsel“)

Martin Reichert (Foto (c) Bostjan Bugaric)

Corona hat uns weiter im Griff, aber ein anderer Virus ist dennoch nicht vergessen: die z.T. abfällig betitelte „Schwulen-Seuche“ hielt seit den 80er Jahren auch Deutschland im Griff. Gerungen wurde nach der besten Möglichkeit, die Gefahr in den Griff zu bekommen – in der Politik rangen unterschiedliche „Ideen“ miteinander.
Derweil raffte die „Seuche“ viele Menschen dahin, Biografien brachen ab und schockten (nicht nur) die Community.

Martin Reichert, Historiker, Journalist, Autor und Kolumnist (u.a. bei der taz) brachte 2018 ein informatives und lesenswertes Buch mit dem Titel „Die Kapsel. Aids in der Bundesrepublik“ heraus, in dem er die Geschichte von Aids vor allem in Deutschland aufrollte und mit Zeitzeugen sprach. Mit ihm werden wir in der Sendung sprechen.

Und Robert Sandermann vom Checkpoint Aidshilfe Freiburg werden wir über seine Arbeit sprechen und AIDS weiter einordnen.

Außerdem erinnern wir an die Hollywood-Legende Rock Hudson, den „Queen“-Frontmann Freddie Mercury und den AIDS-Aktivisten Napoleon Seyfarth, die alle an bzw. mit dem Virus gestorben sind.

Und: Wir haben noch einen Serien-Tipp für Euch. Passend zum Thema unserer Sendung haben wir uns den schwedischen Dreiteiler „Don’t Ever Wipe Tears Without Gloves“ angeschaut. Die Serie erzählt u.a. von einer schwulen Clique im Stockholm der 80er Jahre, die von dem AIDS-Virus heimgesucht wird.

Im Studio: Hartmut und Alex
Sprecher: Peter Haug-Lamersdorf

Zur Sendung im Podcast…

Zur vollständigen Sendung in der Mediathek (bis 19.2.21)